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Online-Vortrag von Prof. Dr. Heide Imai: „Tokio zwischen Edo und Meiji“

gemeinsame Veranstaltung der DJG Bayern e.V. und der DJG Bonn e.V.

Zugangsdaten:

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Meeting-ID: 857 6112 4973

Kenncode: 279703

Viele heutige Metropolen verdanken ihre Entstehung einem Zufall oder einer günstigen Lage. Wer würde heute daran denken, dass Mexiko-Stadt aus einer kleinen Siedlung in einem See entstand und Japans Hauptstadt aus einem Fischerdorf in sumpfigem Gelände. Ohne den starken Willen des Gründers der Tokugawa-Sippe, Tokugawa Ieyasu (1543–1616), hätte es weiterhin ein halbvergessenes Dasein geführt.

Doch Ieyasu wollte eine neue Verwaltungszentrale, möglichst weit entfernt von der alten Hauptstadt Kioto und dem verführerischen Einfluss des Kaiserhofes. Was er in Edo (was einfach „Flussmündung“ bedeutet) vorfand, war unbedeutend, daher konnte er sein Regierungszentrum von Grund auf neu planen. Edo wuchs durch die Besonderheit, dass die Lehensfürsten des Landes hier ihre Residenzen errichten mussten, was einen großen Aufschwung bedeutete. Bereits im 18. Jahrhundert hatte Edo etwa eine Million Einwohner und eine gut organisierte Infrastruktur. Da die Haushalte der Daimyo vorwiegend junge Männer beschäftigten, war Edo bald auch Zentrum einer lebhaften Unterhaltungsindustrie mit zahllosen Künstlern, Autoren, Verlegern und Theatern. 

Als 1853 in der Bucht vor Edo vier amerikanische Kriegsschiffe auftauchten, brach eine neue Zeit an, die der Modernisierung nach dem Muster westlicher Großstädte.

Tokio häutete sich wie eine Schmetterlingspuppe und fügte sich nahtlos in eine Reihe mit anderen Weltstädten. Auch deutsche Architekten halfen bei dieser Entwicklung und prägten das Gesicht des neuen Tokio.

Wie das alte Edo, das häufige und verheerende Brände erlebte, blieb auch Tokio nicht von Naturkatastrophen verschont. Eine der schlimmsten war das „große Kanto-Erdbeben“ vom 1. September 1923 und die anschließend ausbrechenden Großfeuer, die beide zusammen um die 150.000 Menschenleben vernichteten und einen großen Teil der Stadt völlig zerstörten.

Zwischen diesen beiden Jahreszahlen zu Beginn des 17. und des 20. Jahrhunderts  bewegt sich der Vortrag von Frau Dr. Imai und zeigt, mit welcher Lebenskraft diese Metropole und ihre Bewohner ausgestattet sind.
 

Frau Dr. Imai ist Dipl.-Architektin und unterrichtet an der Senshu-Universität, Fakultät für interkulturelle Kommunikation

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